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Es war wieder so ein Nachmittag, an dem man am liebsten zu Hause geblieben wäre.
Wir waren in der Jade kurz vor dem Leuchtturm Roter Sand. Gerade schob sich eine riesige Hauswand an unserem Boot vorbei. Es war die Esso Deutschland, die auf dem Weg in die Jade nach Wilhelmshaven war, um ihre Ladung dort bei den großen Brückenköpfen zu löschen. Gleich würde die Heckwelle kommen und uns so richtig durchschütteln, aber sie blieb aus und die Esso Deutschland war auf einmal verschwunden, einfach weg!
"Hast du auch an das Petroleum, die Feudel und an das Auffüllen des Wassertanks gedacht?" fragte Dieter und half mir ins Boot. Ich stellte die Sachen in die Kombüse und schaute mich um:
Es war alles blitzblank, wie immer, Dieter hatte aber auch den kleinsten Staubfussel erwischt, nicht der kleinste Fleck, nicht der kleinste Krümel war auf dem Stabdeckboden zu erblicken. Ich kannte Dieter und wusste um seine Reinlichkeit.
"Hast du auch die Schuhe sauber?" fragte Dieter weiter und sah auf meine Bordschuhe, die er mir zum Geburtstag geschenkt hatte. Es mussten natürlich besondere Schuhe sein, nicht etwa irgendwelche Turnschuhe, sondern eben solche, die sich einem blitzenden Boot würdig erweisen würden. Es war alles bereit und wir konnten unsere Reise zu den unbekannten Koordinaten beginnen. Das heißt, wir mussten noch auf Achim warten, der die Glaskügelchen vom Reinschau besorgen wollte.
"Ja ja, der alte Admiral!" hauchte ich und musste an seine Wohnung denken, in dem die schönsten seemännischen Dinge aufgebaut waren. Aus allen von ihm bereisten fernen Ländern, hatte der alte Admiral Utensilien und Andenken mitgebracht. Da war eine alte, mit Affenfell bespannte Trommel; ein Köcher mit Giftpfeilen; Schrumpfköpfe; ein Steuerrad; ein wunderschöner Kompass; geheimnisvolle Bücher; Seekarten; ein ausgestopfter Mondfisch; Haifischzähne; viele andere Dinge und eben diese Glaskügelchen, die so blitzten, als sei eine elektrische Ladung in ihnen.
"Hallo Jungs!" rief Achim und sprang mit einem Satz an Bord, dass die Dreckklümpchen aus seinem Schuhprofil herausfielen. Dieter guckte bloß, sagte aber kein Wort. Erwähnt sei vielleicht, dass Achim eine kleine Zahnlücke hat und immer wenn er spricht, dann kann es passieren, dass ein kleiner Pfiff seine Worte bereichert.
"Ich war bei dem Rein ‚flöt' schau und habe die Kugeln. Ich muss schon sagen, der war ganz ‚flöt' schön redselig, der wollte mich gar nicht weglassen. Ich konnte die Kügelchen aber an mich nehmen, ohne dass er es gemerkt hat. Er bekommt sie ja wieder, also was ‚flöt'
soll's!"
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